Der Sommer ist endgültig vorbei, die dicken Pullover wollen nach vorn, und beim Blick in den Schrank weißt du gar nicht, wohin damit? Dann ist jetzt der richtige Moment zum Ausmisten. Mit der folgenden Methode schaffst du es an einem einzigen Nachmittag, ohne Chaos, ohne schlechtes Gewissen und mit einem Schrank, in dem du morgens sofort findest, was du suchst.
Das Wichtigste in Kürze
- Der Wechsel von Sommer- zu Wintergarderobe ist der ideale Anlass zum Ausmisten, weil du ohnehin jedes Teil in die Hand nimmst.
- Vier Stapel für Behalten, Spenden oder Verkaufen, Reparieren und Entsorgen machen jede Entscheidung schnell und eindeutig.
- Mit dem Kleiderbügel-Trick siehst du nach einer Saison ganz ohne Grübeln, welche Teile du wirklich trägst.
- Naturfasern lagerst du sauber und luftdurchlässig, Vakuumbeutel eignen sich vor allem für Kunstfasern.
- Gegen Motten hilft vor allem Sauberkeit, Lavendel und Zedernholz schrecken die Falter nur mild ab.
Inhalt
- Warum der Herbst der perfekte Zeitpunkt ist
- Dein Plan für den Nachmittag
- Schritt 1: Alles muss raus
- Schritt 2: Vier Stapel und ehrliche Fragen
- Schritt 3: Clever einräumen
- Der Kleiderbügel-Trick für die nächste Saison
- Sommerkleidung richtig einlagern
- Motten vorbeugen: Sauberkeit schlägt Lavendel
- Dein Schrank, dein Tempo
Warum der Herbst der perfekte Zeitpunkt ist
Beim Saisonwechsel nimmst du ohnehin fast jedes Teil in die Hand: Sommerkleider und Leinenhosen wandern nach hinten oder in Kisten, Wollpullover und Jacken holst du hervor. Diesen Moment kannst du nutzen, statt alles einfach nur umzuschichten.
Außerdem ist die Erinnerung an den Sommer noch frisch. Du weißt ziemlich genau, welches Kleid du ständig getragen hast und welche Hose seit Juni unberührt im Fach lag. Und bei der Wintergarderobe siehst du gleich, was im letzten Jahr gefehlt hat und was du gar nicht mehr brauchst.
Ausmisten ist übrigens kein Wettbewerb. Niemand muss seinen Schrank auf eine bestimmte Zahl von Teilen reduzieren. Ziel ist ein Schrank, der zu deinem Alltag passt, nicht zu einem perfekten Foto aus dem Internet.
Dein Plan für den Nachmittag
Für einen durchschnittlich gefüllten Kleiderschrank planst du zum Ausmisten und Einräumen grob vier Stunden ein. Ist deiner sehr voll, teilst du die Arbeit nach Kategorien auf, zum Beispiel heute Oberteile und nächste Woche Hosen und Kleider. Das hält die Motivation hoch.
Das legst du dir vorher bereit:
- vier Kisten, Körbe oder große Taschen für die vier Stapel
- ein paar stabile Tüten für Spenden und Müll
- Staubsauger mit Fugendüse und ein feuchtes Tuch
- einen Spiegel in der Nähe für die Anprobe
- ein Glas Wasser und Musik oder einen Podcast
| Schritt | Was passiert | Dauer (etwa) |
|---|---|---|
| 1 | Material bereitlegen, Bett oder Boden frei räumen | 15 Minuten |
| 2 | Schrank komplett ausräumen, aussaugen und auswischen | 30 Minuten |
| 3 | Jedes Teil einem der vier Stapel zuordnen | 2 Stunden |
| 4 | Behaltene Kleidung sortiert einräumen | 45 Minuten |
| 5 | Spenden und Müll verpacken, Reparaturen planen | 20 Minuten |
Schritt 1: Alles muss raus
Ja, wirklich alles. Räum den Schrank komplett leer und leg die Kleidung auf das Bett oder eine saubere Decke auf dem Boden. Das hat zwei gute Gründe. Erstens siehst du zum ersten Mal, wie viel du tatsächlich besitzt, und dieser Überblick macht Entscheidungen erstaunlich leicht. Zweitens entdeckst du Doppeltes: die dritte schwarze Strickjacke, die fünfte graue Jogginghose.
Nutze den leeren Schrank für eine Grundreinigung. Saug Böden, Ecken und Kanten ab, besonders die hinteren Winkel, in denen sich Staub, Hautschuppen und Fusseln sammeln. Wisch danach mit einem feuchten Tuch nach und lass alles offen trocknen, während du sortierst. Dabei siehst du auch gleich, ob sich irgendwo Motten eingenistet haben (dazu weiter unten mehr).
Schritt 2: Vier Stapel und ehrliche Fragen
Die vier Stapel
Nimm jedes Teil einzeln in die Hand und entscheide dich für einen dieser vier Stapel:
- Behalten: Es passt, du magst es, und du trägst es.
- Spenden oder verkaufen: Es ist gut erhalten, aber nicht mehr deins. Infrage kommen Kleiderkammern, Sozialkaufhäuser, Secondhandläden, ein Kleidertausch mit Freundinnen oder Online-Plattformen für gebrauchte Mode.
- Reparieren: Ein fehlender Knopf, eine offene Naht, ein klemmender Reißverschluss. Setz dir dafür eine Frist von etwa vier Wochen. Was bis dahin nicht repariert ist, wandert auf einen der anderen Stapel, sonst wird der Reparaturkorb zum Dauerzustand.
- Entsorgen: Verschlissen, verfilzt, mit Löchern oder Flecken, die nicht mehr rausgehen. Alte Baumwollshirts werden zu Putzlappen, der Rest wird so entsorgt, wie es deine Kommune vorsieht.

Fragen, die beim Entscheiden helfen
Bei vielen Teilen weißt du sofort Bescheid. Für den Rest helfen diese Fragen:
- Wann habe ich es zuletzt getragen, und warum seitdem nicht mehr?
- Passt es mir jetzt, nicht irgendwann?
- Fühle ich mich darin wohl, oder zupfe ich ständig daran herum?
- Würde ich es heute noch einmal kaufen?
- Habe ich etwas Ähnliches, das ich lieber anziehe?
- Behalte ich es nur, weil es teuer war oder weil es ein Geschenk ist?
Die letzte Frage ist die schwierigste. Das Geld ist ausgegeben, ganz gleich, ob das Teil im Schrank hängt oder nicht. Macht es stattdessen jemand anderem Freude, war der Kauf am Ende doch nicht umsonst. Und wer dir etwas geschenkt hat, wollte dir eine Freude machen und nicht einen Platz in deinem Schrank belegen.
Schritt 3: Clever einräumen
Jetzt kommt der schönste Teil. Ordnung hält nur, wenn jedes Teil einen festen, logischen Platz hat.
Hängen oder falten? Hemden, Blusen, Kleider, Blazer und Stoffhosen hängst du auf, damit sie nicht knittern. Strickpullover dagegen faltest du, weil sie sich auf dem Bügel mit der Zeit dehnen und an den Schultern Beulen bekommen. Auch Shirts, Jeans und Sportkleidung sind gefaltet gut aufgehoben.
Senkrecht statt gestapelt: Falte Shirts und dünne Pullover zu kleinen Rechtecken, die von allein stehen, und stell sie in der Schublade nebeneinander wie Karteikarten. So siehst du jedes Teil auf einen Blick, nimmst eins heraus, ohne den Rest durcheinanderzubringen, und unten wird nichts mehr zerdrückt.
Nach Kategorie und Farbe sortieren: Gruppiere zuerst nach Art, also Hosen zu Hosen und Blusen zu Blusen, und innerhalb der Gruppe von hell nach dunkel. Das wirkt ruhig und spart morgens Zeit.
Die richtige Höhe: Was du täglich brauchst, gehört in den Bereich zwischen Augen- und Hüfthöhe. Selten Genutztes wandert nach ganz oben oder unten.
Einheitliche, schmale Bügel: Gleiche Bügel sparen Platz und lassen die Stange aufgeräumt wirken. Lass zwischen den Teilen etwas Platz, damit nichts zerknittert und die Luft zirkulieren kann.
Ein aufgeräumter Schrank trägt übrigens viel dazu bei, dass das Schlafzimmer zur Ruhe einlädt. Weitere Ideen dafür findest du in unserem Beitrag, wie du dein Schlafzimmer gemütlich einrichten kannst.
Der Kleiderbügel-Trick für die nächste Saison
Dieser Trick nimmt dir beim nächsten Ausmisten viele Entscheidungen ab. Häng nach dem Einräumen alle Bügel verkehrt herum auf, also mit dem Haken zu dir zeigend. Sobald du ein Teil getragen und gewaschen hast, hängst du es ganz normal zurück.
Im Frühjahr siehst du dann auf einen Blick, was du den ganzen Winter nicht angezogen hast: Es hängt noch immer verkehrt herum. So bekommst du statt eines Bauchgefühls eine ehrliche Bilanz deines Alltags. Bei gefalteten Sachen funktioniert das ähnlich, wenn du Getragenes nach dem Waschen immer vorn oder rechts in den Stapel legst. Ausnahmen darfst du natürlich machen, etwa für festliche Kleidung, Skisachen oder das eine Outfit für besondere Anlässe.

Sommerkleidung richtig einlagern
Bevor die Sommersachen in Kisten verschwinden, wasch oder reinige sie. Selbst unsichtbare Rückstände von Schweiß, Hautfett oder Sonnencreme können sich über den Winter festsetzen und ziehen außerdem Motten an. Lagere nur vollständig trockene Kleidung ein, denn Restfeuchte führt zu Stockflecken und muffigem Geruch. Gerade im Herbst lohnt ein Blick darauf, wie du Wäsche in der Wohnung richtig trocknest.
Naturfasern brauchen Luft: Baumwolle, Leinen, Wolle und Seide lagerst du am besten in atmungsaktiven Stoffbeuteln oder Stoffboxen. In luftdichten Behältern kann sich Feuchtigkeit sammeln, und Wolle wird dort unnötig zusammengepresst.
Vakuumbeutel nur für Kunstfasern: Für Fleece, Polyester oder Funktionskleidung sind Vakuumbeutel praktisch, weil sie viel Platz sparen. Naturfasern und Daunen gehören nicht hinein. Das starke Zusammenpressen kann die Fasern strapazieren, und Daunen verlieren ihre Bauschkraft.
Der richtige Ort: Trocken, kühl und dunkel ist ideal, etwa das obere Schrankfach, eine Kiste unter dem Bett oder ein trockener Abstellraum. Ein feuchter Keller eignet sich nicht. Wie du Feuchtigkeit in der Wohnung generell in den Griff bekommst, erklären wir im Beitrag über richtiges Lüften im Herbst.
Motten vorbeugen: Sauberkeit schlägt Lavendel
Die Larven der Kleidermotte fressen tierische Fasern wie Wolle, Kaschmir, Seide, Federn und Pelz. Besonders gern mögen sie getragene, nicht gewaschene Kleidung, weil sie dort zusätzlich Nahrung aus Schweiß und Hautschuppen finden. Außerdem meiden sie Licht und lieben ungestörte Ecken.
Deshalb helfen vor allem diese Gewohnheiten:
- Nur saubere Kleidung in den Schrank hängen, auch bei Wollpullovern.
- Den Schrank regelmäßig aussaugen, besonders Ecken und Rückwand.
- Kleidung ab und zu bewegen und den Schrank lüften, Motten mögen keine Störung.
- Wollsachen gelegentlich durchsehen, gerade die, die selten getragen werden.
Entdeckst du Löcher, feine Gespinste oder kleine, gelblich braune Falter, räum den Schrank komplett aus und reinige ihn gründlich. Befallene Teile wäschst du so heiß, wie das Pflegeetikett es erlaubt, empfindliche Stücke kannst du in einem verschlossenen Beutel für etwa ein bis zwei Wochen in den Gefrierschrank legen, der dafür mindestens minus 18 Grad erreichen sollte. Den Staubsaugerbeutel entsorgst du danach sofort. Auf chemische Mottenmittel kannst du in den meisten Fällen verzichten, und gerade wenn Kinder oder Haustiere mit im Haushalt leben, ist das auch besser so. Hält sich der Befall hartnäckig, lohnt sich der Rat von Fachleuten für Schädlingsbekämpfung.
Dein Schrank, dein Tempo
Ein ausgemisteter Kleiderschrank ist kein Selbstzweck. Er spart dir morgens Zeit, schont die Kleidung, die du liebst, und macht Platz für die Dinge, die wirklich zu dir passen. Und du musst nicht alles auf einmal perfekt machen.
Deine Checkliste für den Nachmittag:
- Kisten und Tüten bereitstellen
- Schrank leeren, aussaugen und auswischen
- Jedes Teil einem der vier Stapel zuordnen
- Unsichere Teile in die „Vielleicht“-Kiste packen und datieren
- Nach Kategorie und Farbe einräumen, Bügel verkehrt herum aufhängen
- Sommerkleidung sauber und trocken einlagern
- Spenden noch in derselben Woche wegbringen
Der letzte Punkt ist wichtiger, als er klingt: Solange die Spendentüte im Flur steht, wandert gern das eine oder andere Teil zurück in den Schrank. Bring sie also bald weg, und genieß danach deinen neuen, ruhigen Schrank.
Häufige Fragen
Wie oft sollte man den Kleiderschrank ausmisten?
Ein gründliches Ausmisten pro Jahr reicht für die meisten Haushalte völlig. Dazu kommt ein kurzer Check bei jedem Saisonwechsel, bei dem du nur die Teile der vergangenen Saison durchgehst. Wer den Kleiderbügel-Trick nutzt, hat dafür jedes Mal eine klare Entscheidungshilfe.
Darf kaputte Kleidung in den Altkleidercontainer?
Das hängt vom Sammler und von deiner Kommune ab. In den Container gehört vor allem, was sauber, trocken und noch tragbar ist, am besten in einer zugebundenen Tüte, Schuhe paarweise zusammengebunden. Nasse oder stark verschmutzte Textilien gehören in den Restmüll. Ob auch zerschlissene, aber saubere Stücke in den Container dürfen, wird unterschiedlich geregelt, im Zweifel weiß die Abfallberatung deiner Stadt Bescheid.
Was mache ich mit Kleidung, an der Erinnerungen hängen?
Erinnerungsstücke dürfen bleiben, nur nicht unbedingt im Alltagsschrank. Leg dir eine Erinnerungskiste mit festem Platz an und beschränke dich auf die Teile, die dir wirklich etwas bedeuten. Manches kannst du auch fotografieren oder zu etwas Neuem verarbeiten lassen, etwa zu einem Kissenbezug.
Wie bekomme ich muffigen Geruch aus dem Kleiderschrank?
Räum den Schrank aus, wisch ihn mit einem feuchten Tuch und etwas mildem Essigwasser aus und lass ihn mit offenen Türen gut trocknen. Eine kleine offene Schale mit Natron kann danach Gerüche binden. Riecht es immer wieder muffig, steht der Schrank vielleicht an einer kalten, feuchten Außenwand. Dann helfen einige Zentimeter Abstand zur Wand, damit dahinter Luft zirkulieren kann, und du solltest die Rückwand auf Schimmel prüfen.





